Als wäre es nix

Via Email wurde ich ja schon öfter (alle zwei Monate) daran erinnert, dass ich ja einen Blog besitze und ob ich nicht vielleicht wieder mal etwas schreiben möchte? Klar, mach ich doch gerne. Die kleinen Vögel aus meinem zuletzt geschriebenen Artikel haben mittlerweile bestimmt schon selber kleine Vöglein bekommen.

Da fragt man sich, wo ist denn nur die Zeit hin? Ein Jahr vergeht wie im Flug, die Wochen rauschen nur so vorbei und die einzelnen Tage haben wahrscheinlich auch keine 24 Stunden mehr. Wäre wohl Zeit mal wieder zu entschleunigen. Mal nix machen, also wirklich nichts außer atmen und Nahrungsaufnahme…Gott sei Dank ist Atmen ein Reflex…

Wir haben das in unserem diesjährigen Urlaub mal versucht, hat auch prima geklappt. Wenn man sich mal ganz bewusst dafür Zeit nimmt nichts zu tun, vergehen die Stunden irgendwie langsamer. Die Kinder fanden das doof. Faulende Eltern sind wohl nicht mehr so angesagt im Moment.

Wie dem auch sei. Mal ein wenig auf die Bremse zu treten ist auf jeden Fall nicht so verkehrt. Dann habe ich auch wieder bissl mehr Zeit um hier im Blog etwas schreiben.

what the fuck

Der kleinbürgerliche Faschismus ist hier, hier in unmittelbarer Nähe, rings um mich herum. Ich weiß gerade nicht, vor wem ich mehr Angst haben soll. Vor den flüchtenden Asylsuchenden oder vor den Menschen in meinem unmittelbaren Umfeld. Schwarze Schafe gibt es hier wie da, der Terrorismus tötet Menschen, Alkohol und Zigaretten auch. Sogar Autofahren verursacht tausende Tote. Pauschalisierte Aussagen helfen uns nicht. Wie soll man sich also verhalten?

Ein Weg wäre, den haltlosen Argumenten einfach mit Fakten zu begegnen. Zum Beispiel zu fragen wo denn die besorgten Bürger waren, als die Bankenrettung schlappe 30 Milliarden Euro kostete, als für unsere Rentner eine Nullrunde beschlossen wurde, wenn hunderte Milliarden an Steuergeldern von den Besserverdienenden ins Ausland gebracht werden, wenn Millionen von Euro in haltlose Projekte wie den Berliner Flughafen gesteckt werden. Wo ward ihr besorgten Bürger da? Warum seid ihr da nicht auf der Straße? Warum hetzt ihr da nicht gegen diese Machenschaften, die Politik und die Verantwortlichen? Warum nicht?

Jetzt aber stellen sich Selbige hin und fordern von unserer Regierung mehr Geld für unsere eigenen Leute, mehr Geld für Rentner, Obdachlose und Bedürftige? Woher kommt diese Wut gegen die, die tausende Kilometer auf sich genommen haben, um eine nur geringe Aussicht auf ein besseres Leben zu verfolgen? Erinnern wir uns 25 Jahre zurück, als Tausende Deutsche vor dem Regime der DDR flohen. Wo ist da der Unterschied? Erschwerend kommt hinzu: da wo die heute Asylsuchenden herkommen herrscht Krieg, Zerstörung und die pure Angst vor dem Tod!

Natürlich sind nicht alle zu recht hier, es gibt viele Trittbettfahrer, viele die die Gunst der Stunde nutzen. Das will ich gar nicht abstreiten. Doch kann diesem nur mit politischen Mitteln entgegengetreten werden. Hier hilft weder Gewalt, noch Hass oder Hetze. Hier ist die Politik gefragt, dem Ganzen ein Ende zu machen und alles in geregelten Bahnen verlaufen zu lassen.

Doch wenn so viele Menschen haltlose Kommentare in den sozialen Medien abgeben oder teilen, wenn dieser anonymen Hetze im World Wide Web nichts entgegen gebracht wird, wenn jeder vermeintliche “Patriot” schalten und walten kann wie er will, dann sehe ich schwarz.

Das Problem heißt Rassismus!